Ad-Blocker – pro und contra

Werbung im Netz ist oft ein Ärgernis – im schulischen Kontext erst recht. Oft ist die automatisch integrierte Werbung für Kinderaugen völlig ungeeignet – die Schule hat eine Verantwortung, die Schüler/innen davor zu schützen. Also klar: Ad-Blocker installieren und das Problem ist gelöst! Leider ist es ein bisschen komplizierter. Hier deshalb ein paar Gedanken dazu…

Werbung kann durchaus dekorativen Charakter haben 😉

Im folgenden Artikel werden Argumenten für oder gegen Ad-Blocker einigermassen verständlich und differenziert dargestellt:

https://www.avg.com/de/signal/5-reasons-you-should-use-an-adblocker

Was der Artikel gänzlich ausblendet nimmt der folgende, klar subjektive Artikel auf: http://www.lousypennies.de/2015/10/18/argumente-der-adblocker/

Letztlich ist die Werbung der Preis für die Gratiskultur, an die wir uns so gewöhnt haben. Eine Gratiskultur notabene, bei der das permanente Schielen auf die Quote unglaublich viel Schund und Fake befördert. Viele inhaltlich hervorragende Webangebote finanzieren sich über Werbung. Durch Ad-Blocker entgehen den Autor/innen die Einnahmen. Wer einen Ad-Blocker installiert, müsste also konsequenterweise bereit sein, für die Inhalte zu bezahlen und v.a. auch selber qualitativ gute Inhalte zu publizieren.

Hier ein paar konkrete Konsequenzen, die sich aus diesen Überlegungen ableiten lassen:

  • schabi ist werbefrei und bis zu zwei Seiten gratis. Müsste man nicht den Entwickler mit einer Schulhaus-Lizenz unterstützen, damit er sein Angebot weiterhin werbefrei pflegen kann? Das Gleiche gilt für Padlet oder Book Creator.
  • Das Teilen von Unterrichtsmaterialien müsste eine Selbstverständlichkeit sein. Sie wurden letztlich mit Steuergeldern finanziert – gehören unsere Materialien damit nicht eigentlich der Öffentlichkeit? Natürlich ist nicht alles für die Öffentlichkeit geeignet. Wenn alle alles teilen, gäbe das einen ungeheuren Wildwuchs. Ausserdem viele Materialien urheberrechtlich wohl im Klassenverband einsetzbar, nicht aber darüber hinaus.
  • Technische Massnahmen sind das eine, v.a. aber braucht es in Bezug auf Werbung eine pädagogische Begleitung. Kinder und Jugendliche müssen lernen, Werbung zu erkennen und einen kritischen Umgang damit entwickeln. Sind wir kompetent genug, um diese Begleitung zu leisten?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.