Wer sucht, der findet

Die Nutzung einer Suchmaschine macht erst ab der fünften Klasse wirklich Sinn. Vorher gibst du idealerweise das Informationsangebot vor (spezifische Seite, Kindersuchmaschine).

Im Lehrmittel «Connected» gibt es ein umfangreiches Kapitel zur Websuche. Dabei geht es insbesondere auch um die Funktion einer Suchmaschine und um die Beurteilung der Informationsqualität. Wer sucht, der findet weiterlesen

Beurteilung von und mit Medien

Immer wieder werde ich gefragt, wie man denn nun mediale Lernergebnisse beurteilen könne. Oft höre ich auch, dass sich der Aufwand für einen medienbasierten Leistungsnachweis nicht lohne, wenn man dann am Schluss doch wieder eine Prüfung machen muss. Muss man das? Lässt sich wirklich nur beurteilen, was objektiv richtig oder falsch ist? Sagt eine solche Beurteilung wirklich etwas aus über das Verständnis und die Kompetenz eines Schülers oder einer Schülerin? Abgesehen davon wird bei solchen Aussagen oft übersehen, dass bei Medienprojekten eben meist ganz viele verschiedene Kompetenzen erlernt und vertieft werden. Neben rein inhaltlichen Anforderungen spielen überfachliche Kompetenzen (Medienkompetenz, Kooperationsfähigkeit, …) genauso eine zentrale Rolle.

Potential für die formative Beurteilung

Wahrscheinlich unbestritten, aber doch noch wenig genutzt ist das Potential von digitalen Medien für die formative Beurteilung.

Hier stichwortartig ein paar Anregungen:

  • Bereits im Zyklus 1 ist es beispielsweise mit dem Book Creator problemlos möglich, ein Portfolio zu führen. Die Kinder können ihre Lernprodukte fotografieren und über die Audiofunktion oder Videos kommentieren. Später wird die Reflexion zunehmend schriftlich geführt
  • Mit einem Blog (wie hier) lässt sich sehr einfach ein Lerntagebuch führen. Dabei kann das Feedback über die Kommentarfunktion eingebracht werden.
  • Sollen mehr Personen in die Beurteilung des Lernprozesses einbezogen werden, könnte auch eine Online-Pinnwand oder ein kooperativer Texteditor wie ZUMpad eingesetzt werden.
  • Ein Video- oder Audiofeedback ist mit Bordmitteln im Nu erstellt und wirkt oft persönlicher als ein Text.

Möglichkeiten für eine summative Beurteilung

Letztlich hat man die Herausforderung einer möglichst objektiven Leistungsbeurteilung auch in nicht-digitalen Lernerzeugnissen, beispielsweise bei einem Aufsatz. Dabei werden meist inhaltliche Kriterien (Informationsgehalt, Gliederung, Argumentation, …) und formale Kriterien (Rechtschreibung, Wortwahl, Satzbau, …) in die Beurteilung einbezogen. Genau so kann man es auch mit Medienprojekten machen. Am besten erstellt ihr euch im Voraus einen Kriterienraster und überlegt euch eine Punkteverteilung. Der Inhalt sollte dabei meist deutlich stärker gewichtet werden (z.B. 80:20). Damit die Schüler/innen die formalen Kriterien erfüllen können, brauchen sie natürlich eine entsprechende medienpädagogische Unterstützung. Auf ein filmisches Projekt übertragen könnte das heissen: Wie muss ich vorgehen, damit das Bild ruhig und der Ton verständlich ist? Welche Bildeinstellungen eignen sich für welchen Zweck? Wie ist eine Nachrichtensendung aufgebaut? usw.

Tipps

  • Kriterien müssen im Voraus bekannt sein.
  • Keine Beurteilung ohne Selbstbeurteilung (die allermeisten Schüler/innen schätzen sich sehr realistisch, oft eher zu kritisch ein).
  • Medienprojekte brauchen Zeit.

Links und Materialien zur Beurteilung

Medienprojekte:
Beurteilung und Benotung
Beurteilungsraster für Blogs
Vorlagen für Beurteilungsraster (unabhängig von Medienprojekten)
Konkrete Materialien folgen…

Mit Incredibox groovigen Soundteppich erzeugen

Incredibox gibt es zwar schon länger ist aber immer noch umwerfend. In dem man Typen freakige Kostume überzieht baut man einen groovigen Soundteppich aus Loops auf. Ziel ist es einen optimalen Groove zu erzeugen, was ersichtlich wird wenn Kreissegmente in der Ecke vollständig sind. Wenn man den Challenge geschafft hat, wird ein Special-Feature freigeschaltet. Jede einzelne Spur lässt sich stumm oder solo (alle anderen sind stumm) schalten, was interessante Kompositionseffekte ergibt.
Hier ein Müsterli:

Wer etwas gezielter Musikproduzieren möchte, insbesondere mit Soundloops sollte sich mal Audiotool anschauen.

Besser Übersetzungen mit DeepL

Vorausgehende Überlegungen

Immer wieder wurde ich auf die unbefriedigenden Übersetzungen von Google angesprochen. Zwar hat der Dienst in letzter Zeit massiv Fortschritte gemacht. Dennoch geben maschinelle Übersetzungen natürlich immer nur einen Anhaltspunkt für den Inhalt. Je komplexer die Sprache und je mehr der Kontext eine Rolle spielt, desto unbrauchbarer wird die Übersetzung. Für die SuS ist entscheidend: Genau so wenig, wie man einfach einen Wikipedia-Artikel kopieren und als Vortragstext verwenden darf, kann ein Text vom Google übersetzt und eins zu eins abgeliefert werden. Für eine gute Übersetzung braucht es in der Zielsprache eine hohe Sprachkompetenz! Aus meiner Sicht ist es ein in Fremdsprachen ein entscheidendes Lernziel, Übersetzungsdienste kompetent und verantwortungsbewusst zu nutzen.
Mittlerweile ist aber mit DeepL ein Player aufgetaucht, der mittels künstlicher Intelligenz und Big Data nochmals massiv akkuratere Übersetzungen liefert, die sprachlich sehr nahe ans Original kommen. Dabei wird auch der Kontext und die Tonalität berücksichtigt. Im folgenden Tagi-Artikel (wollte ich schon lange mal teilen) machte der Autor mit literarischen Texten die Probe aufs Exempel:

Lernen mit wikiHow

wikiHow: Über diesen Webdienst seid ihr bestimmt auch schon gestolpert. Hier lassen sich unzählige Schritt-für-Schritt-Anleitungen finden, nach eigenen Angaben ist die Website der grösste Online-Ratgeber. Die Anleitungen sind sehr übersichtlich aufgebaut und hilfreich illustriert.
Die Plattform ist sicher ein dankbares Mittel um mit den SuS zu thematisieren, wie man etwas verständlich erklären kann. Idealerweise erklärt man natürlich gleich selber einen Vorgang, für den es noch keine Anleitung gibt und reicht sein Werk bei wikiHow ein.
Wunderbare Anleitung für die Sommerferien: Langeweile im Sommer bekämpfen

Mystery Skype

Über Gabi bin ich auf Mystery Skype aufmerksam geworden: Auf dieser Plattform von Microsoft wird man per Skype mit einer Klasse aus einem anderen Land zusammengebracht. Die Klasse muss schliesslich mit geschickten Fragen herausfinden, wo sich die andere Klasse befindet – sicher ein spannender Challenge!
Wer weiss, vielleicht ergibt sich aus so einem Kontakt auch ein gemeinsames Projekt (zum Beispiel ein gemeinsamer Blog…)

Medienportal für den MINT-Unterricht

Die Siemens-Stiftung hat ein Medienportal für den MINT-Unterricht eingerichtet:
So berauschend finde ich die Materialen auf den ersten Blick zwar nicht, dafür umso mehr, dass sie als OER (Open Educational Ressources) angeboten werden. Die Materialien können frei verwendet und verändert werden. Es wäre schön, wenn viel mehr Unterrichtsmaterial auf diese Weise geteilt würde…

Makerspace: Die dritte Dimension erkunden

Für 3D-Visualisierungen war bislang sehr komplexe Software und entsprechend leistungsfähige Hardware notwendig. Mittlerweile gibt es diverse sehr attraktive Webtools dafür. Natürlich genügen diese nicht professionellen Ansprüchen, für den schulischen Einsatz reichen sie aber bei weitem.

Tinkercad

Tinkercad ist ein geniales Webtool, mit dem sich (vergleichweise) einfach dreidimensionale Objekte konstruieren lassen, indem man sie aus geometrischen Körpern (und bereits bestehenden Elementen) zusammengesetzt. Die Objekte können in Standardformaten exportiert und somit für die Ausgabe mit einem 3D-Drucker aufbereitet werden. Auch dieses ist gratis, verlangt aber einen Login. Mit gewissen Einschränkungen lässt es sich auch auf Tablets nutzen.

Das Tool lässt sich bereits in der Mittelstufe einsetzen. Erfahrungen habe ich jetzt aber v.a. in der Sekundarstufe gesammelt. Zwei Schülern haben sich völlig selbständig in die Software eingearbeitet. Die Einführungsaufgaben sind sehr hilfreich gestaltet und für Fortgeschrittene gibt es Videotutorials ohne Ende. Anschliessend zeigte ich den beiden wie sich das konstruiert Objekt drucken lässt. Die beiden machten eine Einführung für die Klasse und seither wird gedruckt wie wild…
Und was hat das mit Schule bzw. Bildung zu tun? Beim Making kommen gleich verschiedene entscheidende Kompetenzen zusammen: Sich ein Ziel setzen und dafür eine eigene Lösung suchen und auch von A bis Z verwirklichen. Das erzeugt Selbstwirksamkeit und fördert somit die Lernmotivation. Man orientiert sich im Raum, festigt sein Verständnis für geometrische Körper und setzt sich mit Materialen, Fertigungsprozessen und ästhetischen Vorstellungen auseinander. Dabei wird man zwangsläufig mit den Chancen und Risiken von Automatisationsprozessen konfrontiert. Insofern ist aus meiner Sicht Making der Inbegriff für einen Bildungsprozess.

Weitere Tools

Formit

Tinkercad-Entwickler Autodesk hat mit FormIt ein auch ziemlich mächtiges Werkzeug für architektonische Konstruktionen im Raum webbasiert aufbereitet. Um die Werke speichern zu können wird ein (Gratis-)Account benötigt. Für Tablets gibt es entsprechende Apps.
In der Schule ist auch Sketchup weit verbreitet, das noch etwas intuitiver ist und eine ebenso gute Einführung umfasst.

Scultpfab

Eher ein experimentelles, aber sehr faszinierendes Tool ist Sculpfab: Ausgehend von einer Kugel wird ein Objekt wie Knetmasse modelliert. Die entstehenden Körper lassen sich auch probemlos drucken.

Komptenzaufbau «Medien und Informatik»

Mit der Einführung des Lehrplans 21 gibt es neu das Modul «Medien und Informatik» das einen über alle Zyklen verbindlichen Kompetenzaufbau definiert. Im folgenden Video habe ich ein paar Gedanken dazu zusammengestellt (sorry, ich labere ein bisschen viel – Tipp: übers Zahnrad-Symbol könnt ihr den Film schneller abspielen lassen):

Fragen:

  • Inwiefern unterscheiden sich die Anforderungen für die Umsetzungshilfe für die verschiedenen Zyklen? Gedanken dazu: In Z1 gibt es noch kein Fach, das eine Klammer um MI bilden könnte, und in Z3 braucht es wegen des Fachlehrer-Prinzips viel mehr Absprachen…
  • Was würde aus eurer Sicht am ehesten zu einer Verbindlichkeit führen? Anders gefragt: Was ist die gesunde Balance zwischen Vorgabe und Freiheit? Wann kippt Unterstützung in Gängelei?
  • Wer ist für die Umsetzungshilfe verantwortlich? Welche Ressourcen werden dafür benötigt?
  • Wer kontrolliert die Verbindlichkeit? Wie soll das geschehen?

Links

  • meta.ipadschule.ch
    Vorgehen der Sek Andelfingen: Meta-Ebene zur Schülerplattform (ipadschule.ch) mit Komptenzaufbau und 3-Jahresplan, je verlinkt mit Unterrichtsskizzen, Materialien und Hintergrundinfos
  • mi4u
    Gut strukturierte Sammlung von MI-Unterrichtsideen der FHNW, mit genialer Filterfunktion. Leider nicht konsequent an LP21 ausgerichtet und ohne sichtbaren Kompetenzaufbau
  • sz.ch/MI
    Wegleitungen der PHSZ mit Kompetenzaufbau für alle Zyklen (PDFs als Download)
  • lp21-medien-informatik
    Eher eine Linksammlung zu MI der PHLU, keine separate Erfassung der Anwendungskompetenzen
  • Medien und Informatik PHSG
    Materialsammlung (meist in Form von Links) zu MI, ohne Kompetenzaufbau

Greenscreen

Beim Wetterbericht und bei grossen Hollywood-Produktionen wird seit vielen Jahren mit Greenscreen oder Bluescreen gearbeitet. Die Szene mit der Handlung wird dabei vor einem grünen Hintergrund gefilmt. Anschliessend wird am Computer die grüne Hintergrundfarbe durch ein frei gewähltes Standbild oder durch eine andere Filmsequenz ersetzt. Dieses Vorgehen setzt den Akteur in eine neue virtuelle Umgebung. Am einfachsten lässt sich die Greenscreen-Technik mit einer entsprechenden App nutzen, z.B. Greenscreen by Do Ink (leider nur iPad)

Vorgehen

Ideen

  • Kinder berichten über Orte, wo sie einmal waren oder gerne sein möchten
  • Kinder erzählen verkleidet eine fantastische Geschichte vor einer passenden Kulisse.
  • Kinder zaubern sich an einen anderen Ort

Weitere Infos

http://www.ipadschule.ch/apps/greenscreen